Flossing – Die Trainingsform zur Schmerzlinderung und Leistungssteigerung

Flossing ist eine neue, revolutionäre Trainings- und Therapieform, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse nutzt, um Beweglichkeit und Leistungsaufbau zu unterstützen. Vom amerikanischen Sportwissenschafter und Physiotherapeut Kelly Starrett erfunden, erscheint diese Methode auf den ersten Blick recht ungewöhnlich und machte auch mich gleich neugierig. Und seitdem ich eine Ausbildung dazu absolviert habe und mit meinen Klienten schon oftmals erfolgreich mit Flossing gearbeitet habe, war und bin ich hellauf begeistert.

Was ist Flossing und wie wirkt es?

Mit einem Latexband umwickle ich gezielt den Bereich des schmerzhaften Gelenks oder der betroffenen Muskulatur. Anschließend führt der Klient spezifische Übungen aus, danach wird das Band gelöst. Meist tritt schon nach der ersten Applikation eine spürbare Besserung (Schmerzlinderung) ein, da folgende konkrete Mechanismen wirken:

–  Schwammeffekt:

Durch die kurzzeitige Kompression und das Lösen des Flossbandes wird die verbrauchte Flüssigkeit im Gewebe wie aus einem Schwamm ausgepresst, damit wieder frische und nährstoffreiche Flüssigkeit aufgenommen werden kann. Dieser Flüssigkeitsaustausch beschleunigt das Wachstum und die Erneuerung der Zellen. Auch beim bereits von mir vorgestellten Training mit der Hartschaumrolle nutzt man diesen Schwammeffekt, allerdings nicht über den gesamten Umfang der betroffenen Stelle, sondern nur über die Abrollfläche. Mithilfe von Flossing hingegen kann dieser Effekt im gesamten problematischen Bereich genutzt werden.

Will man das Flossing als Trainingsform einsetzen, kann damit sogar das Muskelwachstum angeregt werden (Hypertrophietraining/Krafttraining), da sich durch die kurze Unterversorgung der Systeme die Intensität des Trainingsreizes automatisch erhöht.

– Subkutane Irritation:

In unserem Körper, nahe der Gelenke und vor allem im Bindegewebe, liegt eine große Anzahl von Rezeptoren, die dem Gehirn einerseits Schmerz (Nozirezeptor) und andererseits Bewegung (Mechanorezeptor) melden. Subkutane Irritation bedeutet, dass man dem Gehirn einen Bewegungsreiz sendet, um den Schmerzreiz zu verringern. Jeder von uns hat schon öfter unbewusst die subkutane Irritation umgesetzt, indem man, wenn man sich beispielsweise den Kopf stößt, sofort die Stelle mit den Händen reibt. Mit diesem Reiz setzt man einen Impuls, den das neuronale System schneller aufnimmt und weiterleitet als den des Schmerzes. Das heißt, die Schmerzwahrnehmung lässt sich durch bestimmte sensorische Stimulation beeinflussen.

Schmerz verändert die Bewegung und der Körper reagiert mit einer Schonhaltung, die längerfristig beibehalten wird und den Körper zu einem falschen Bewegungsmuster führt. Ein Beispiel: Man verstaucht sich den linken Knöchel und humpelt deshalb. Nach einigen Wochen ist der Knöchel geheilt, aber das veränderte Bewegungsmuster bleibt. Das führt längerfristig zu einer ungleichen Belastung der beiden Knie und resultiert häufig in Schmerzen im rechten Knie.

Durch Flossing gleich nach einer Verletzung (nach Abklärung mit einem Arzt) können Schmerzen frühzeitig kontrolliert und Bewegungsabläufe wiederhergestellt werden, damit es erst gar nicht zu veränderten Bewegungsmustern kommt. Gleichzeitig kann Flossing auch bei Verletzungen, die länger zurückliegen, eine wirksame Unterstützung bieten.

– Kinetic Resolve:

Mit der Flossingapplikation und den zugehörigen gezielten Übungen möchten wir Verklebungen lösen, die durch Fehlhaltungen, Verletzungen oder Überlastung hervorgerufen wurden. Dabei ist es wichtig, einen hohen Druck beim Umwickeln der betroffenen Stelle auszuüben, damit eine Verschiebung der einzelnen Gewebsschichten erreicht wird. Durch Fehlhaltungen verkleben diese Schichten und Verspannungen entstehen. Das „Aufreißen“ dieser Verklebungen ist natürlich ein wenig schmerzhaft, aber wichtig, damit eben die Schichten wieder verschiebbar werden und die Restriktionen (Verklebungen) sich lösen. Das heißt, ich komprimiere mit hohem Druck das Gewebe und verwringe anschließend die Applikation mit meinen Händen (Brennesseltechnik). Dadurch verbessert sich in diesem Bereich die Durchblutung und die Nervenleitfähigkeit (Informationsweitergabe) an Gelenke, Muskeln, Sehnen und Faszien. Der Körper regiert wieder schneller und Blockaden im Gewebe lösen sich – man ist wieder beweglicher.

Anwendungsbereiche von Flossing

In der täglichen Praxis habe ich schon unglaublich vielen meiner Klienten durch Flossing helfen können – etwa bei Schmerzen nach oder vor einer Knieoperation (z.B. nach Kreuzbandverletzungen). 2018 haben sich gleich drei meiner Klientinnen das Kreuzband gerissen. Bei solch einer Verletzung steht und fällt der Heil- und Erfolgsprozess mit einer intensiven Trainings- und Therapiebetreuung (Arzt, Physiotherapie und sportwissenschaftliches Personal Training). Da half das Flossing immens dabei, den Bewegungsumfang des Knies und Fehlhaltungen im Knie schnell zu korrigieren.

Flossing hilft bei:

  • Jeglicher Art der Verkürzung, Verhärtung oder Verspannung in der Muskulatur und im umliegenden Gewebe
  • Impingement (Schmerzen durch Einengung) in der Schulter
  • Tennisellbogen oder Golferellbogen
  • Blockaden im Iliosakralgelenk
  • Einschränkungen der Mobilität in der Hüfte
  • Muskelfaserriss oder Muskelzerrung
  • Runners Knee (Knieschmerzen an der Außenseite)
  • Patellasehnenspitzensyndrom (Knieschmerzen an der Kniescheibe vorne)
  • Kreuzbandverletzungen (postraumatisch oder postoperativ)
  • Sprunggelenksverletzungen
  • Fersensporn

Ich kann dieses Training jedem empfehlen, aber vor allem jenen, die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Wer im Krafttraining seine Leistung steigern will, ist ebenfalls mit Flossing gut beraten. Idealerweise wäre ein Flossingtraining nach einer Verletzung jeden zweiten Tag, sonst würde ich es 1-3x/Woche ins Training einbauen.

Hier geht’s zu meinem Video über Flossing: Jetzt anschauen!

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