„Volkskrankheit Rückenschmerz“

Sehr viele von uns kennen aus eigener leidvoller Erfahrung die eine oder andere Art von Rückenschmerzen. Faszientraining ist bei Rückenschmerzen eine oftmals sehr effektive Trainingsmethode, um langfristig die Beweglichkeit wiederherzustellen und schmerzfrei zu werden.

Ausgelöst werden Rückenschmerzen häufig durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen – etwa dadurch, dass zu viel Zeit sitzend (vor dem PC, im Büro, im Auto) verbracht wird. Was passiert aber dadurch im Körper? Wodurch genau wird der Schmerz verursacht? Hier kommen die Faszien ins Spiel – man vermutet, dass nicht einwandfrei arbeitende Faszien als Ursache sehr wahrscheinlich sind.

Verklebte Faszien

Was Fazien sind und wie sie zu Schmerzen beitragen können, habe ich im Detail schon im meinem Blogbeitrag „Faszien I – Die Grundlagen“ beschrieben.

Zur Erinnerung: Unsere Faszien bilden ein Netz, das direkt unseren ganzen Köper überzieht und an allen Bewegungen beteiligt ist. Vor allem durch eine einseitige oder falsche Körperhaltung und Bewegungsmangel, aber auch durch Stress, Schlafmangel oder falsche Ernährung können Fazien verkleben. Sie verlieren an Flexibilität, werden unbeweglicher und lösen folglich bei bestimmten Bewegungen Schmerzen aus. Was ist also zu tun, um unsere Faszien geschmeidig zu halten und Verklebungen zu verhindern? Nun zu den erfreulichen Ergebnissen der Faszien-Studien: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sowohl vorbeugend als auch bei bereits bestehenden Schmerzen auf die Faszien einzuwirken.

Wie trainieren wir unsere Faszien?

Um Faszien geschmeidig zu halten, können gezielte Bewegungs- und Haltungs-Übungen durchgeführt werden, die möglichst lange Muskel-Faszien-Ketten miteinbeziehen – das sogenannte Faszientraining. Federnde Bewegungen mobilisieren und kräftigen das Fasziensystem, Dehnübungen stellen die Gleitfähigkeit des Bindegewebes wieder her.

Ausrollen von Verklebungen

Es kann auch mit der Hartschaumrolle gearbeitet werden: Die Rolle streicht wie ein Nudelwalker das unter der Haut liegende Bindegewebe aus, sie drückt die Flüssigkeit aus den Faszien wie aus einem Schwamm, damit frische Flüssigkeit das Gewebe besser versorgt. „Schlackstoffe“ werden schneller aus dem Körper ausgeleitet, die Durchblutung wird angeregt und der Lymphfluss gefördert. Mit Hartschaumrollen in verschiedenen Größen, Bällen oder Stäben können etwaige Verklebungen aus den Faszien „herausmassiert“ werden, sie machen Knoten wieder geschmeidiger und lösen sie schlussendlich auf.

Mit Geduld zum Erfolg

Das alles natürlich nicht sofort und bei der ersten Anwendung. Faszien lernen langsam – erst durch kontinuierliches und gezieltes Training wird ihre Struktur geschmeidiger und flexibler. Regelmäßiges Üben, etwa ein- bis zweimal die Woche, lohnt sich: Das Gewebe wird sich mit der Zeit anpassen und erneuern, und es entsteht ein verletzungsresistentes und elastisches Körperfasziennetz.

Bei der Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten konnte ich mithilfe von Faszientraining schon einige schöne Erfolge erleben.

Ich arbeite etwa mit einem Berufsmusiker im Personal Training, der mit Schmerzen im Becken- und Lendenwirbelbereich zu kämpfen hatte und sich deshalb an mich wandte. Nach einer umfangreichen Anamnese, bei der wir über Lebensumstände, Gewohnheiten, berufliche Tätigkeiten, private Aktivitäten sowie Ernährung sprachen, erstellte ich eine Reihe von auf ihn abgestimmten Übungen. Diese sollten gezielt die betroffenen Faszienbahnen ansprechen und die umliegenden Muskel kräftigen. Dadurch, dass mein Klient bei Konzerten, Proben und beim Üben immer im Sitzen arbeitet und zudem mit dem Auto häufig zu Konzerten reisen muss, sind die Faszien seiner Rückenlinie nicht mehr geschmeidig und es haben sich Verdickungen gebildet – was immer häufiger Schmerzen im unteren Rücken verursachte. Nach einigen Monaten regelmäßigen Trainings war mein Klient schmerzfrei. Darauf lässt sich nun aufbauen und die nächsten Übungen zielen auf Kräftigung der Muskulatur ab.

Faszien – dieses so wichtige Netzwerk in unserem Körper – sind also sehr häufig sowohl Ursache als auch Rettung für die „Volkskrankheit Rückenschmerz“, und durch gezieltes Training können wir mit eigener Kraft dafür sorgen, dass sie gesund und flexibel ihre Funktionen erfüllen können.

Denn: Wer sich nicht bewegt, verklebt!

Das Video zu Teil I und II: Was ist dran am Faszien-Hype? Hier ansehen!

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